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De Lairesse

De Lairesse – Der Maler des Schönen

Auf eine unterhaltsame und lehrreiche Reise durch die immer noch faszinierende Welt der alten Griechen und Römer lädt die Ausstellung „Endlich! De Lairesse“ im Reichsmuseum Twenthe ein.

Gezeigt werden Werke des 1640 in Lüttich geborenen Künstlers Gerard de Lairesse.

Seine Kunst ist dem Ideal einer absoluten Schönheit, die vom Altertum geprägt ist, verpflichtet, und bezieht sich inhaltlich auf die klassische Sagenwelt, auf die Geschichte des römischen Reiches, auf das Griechenland zu Zeiten Alexanders des Großen sowie die biblischen Erzählungen.

Gerard De Lairesse gilt neben Rembrandt als einer der bedeutendsten Maler des 17. Jahrhunderts.

Schon zu Lebzeiten war er erfolgreich und hatte viele Kunden vor allem aus der reichen Kaufmannschaft Amsterdams. Sie liebten seine prächtigen Motive, die von Göttern, Dämonen und mächtigen Fürsten und Königen handeln. Die Bilder erzählen packende Geschichten, die den Betrachter nicht mehr loslassen, sei es von Marc-Anton und Cleopatra, die darum wetteifern, wer das teuerste Abendmahl zu bereiten weiß, von Jesus Christus, wie er kurz vor seinem Tod vor Pontius Pilatus steht, oder von Heliodorus, Kanzler des Seleukidenkönigs Seleukos IV., der im Auftrag seines Herrschers versucht, in Jerusalem den Tempelschatz zu klauen.

Das im Reichsmuseum ausgestellte Werk umfasst neben Ölmalerei und Grafik auch sogenannte Grisaille-Malerei (eine Malerei, die ausschließlich in Grau, Weiß und Schwarz ausgeführt ist) und anatomische Skizzen.

Biographisches: Gerard De Lairesse lebte ein bewegtes und tragisches Leben. Seiner Heimatstadt Lüttich musste er wegen eines nicht eingehaltenen Eheversprechens verlassen. Schon früh von Syphilis gezeichnet, führte ihn sein Weg nach Amsterdam, wo er Karriere machte. Zum Ende seines Lebens verließ ihn das Glück.  Ein nationalistischer Stimmungswandel, mit der Folge, dass die Niederländer in ihm wegen seiner Herkunft aus Lüttich eine feindliche und fremde Person sahen, führte dazu, dass er als Maler keine Aufträge mehr bekam. Damit nicht genug erblindete er auch noch und konnte sein Handwerk nicht mehr ausführen. Sein Lebensmut blieb aber unerschütterlich und so widmete er sich der Aufgabe, in einem Buch festzuhalten, was die Voraussetzungen für das Schaffen eines absoluten Schönheitsideals sind.

De Lairesse verstarb 1711 mit 71 Jahren.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Januar geöffnet.

Andreas Meistermann

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