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Christa Peters Der Kunstverein stellt vor ... Künstler 

Christa Peters

Andreas Meistermann

Stadtmuseum Nordhorn zeigt Bilder von Christa Peters

Erinnerung an eine fast vergessene Fotografin

Wenn Namen wie Charles Wilp, Karl Lagerfeld oder Helmut Newton genannt werden, verbindet sie nicht jeder sofort mit der Stadt Nordhorn, sondern eher mit chicer Mode aus Paris, trendigen Werbeideen und mondänen Frauengestalten. Doch vor allem die Älteren, die auch noch einen Bezug zu den vergangenen Blütezeiten der Textilindustrie haben, wissen, dass die drei genannten Herren, alle von internationalem Rang, entweder als Fotografen oder Modemacher für Firmen wie Nino, Rawe und Povel gearbeitet haben.

Das Gleiche gilt auch für die Fotografin Christa Peters, die von den 1950er- bis in die 1970er Jahre zu den führenden Vertreterinnen ihres Berufsstandes in der Bundesrepublik Deutschland gehörte. Doch im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen drohte ihr Name in Vergessenheit zu geraten.

Ein Zufallsfund in ihrem ehemaligen Wohnhaus in Köln führte glücklicherweise auf die Spuren von Christa Peters Werk. Anlass genug für das Stadtmuseum Nordhorn, der 1981 in London verstorbenen Fotografin eine Ausstellung zu widmen.

Unter dem Titel „Wiederentdeckung einer (fast) vergessenen Fotografin“ zeigt die Ausstellung eine Auswahl ihrer Fotografien, die vor allem zum Frühwerk gehören und durch eine große Themenvielfalt bestechen. Sie reicht von der Porträtfotografie über Alltagsbeobachtungen bis hin zu Reisemotiven.

Christa Peters gehört zu einer Generation von jungen Fotografen, die basierend auf so großen Vorbildern wie Richard Avedon und Henri Cartier-Bresson nach einem unbefangenen, frischen Blick suchten, gerade auch vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte kurz nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Dritten Reiches.

Christa Peters experimentiert mit Spiegelungen, Oberflächenwirkungen, Inszenierungen und findet Gesichter, die von einer neuen Zeit zu erzählen scheinen. Insbesondere die von ihr porträtierten Jugendlichen zeigen ein wiedergewonnenes Selbstbewusstsein jenseits des nationalen Größenwahns früherer Zeiten. Weitere Fotos, die auf Reisen entstanden, zeugen von einer Sehnsucht nach fernen Ländern und von der Neugierde auf andere Menschen.

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Selbsporträt
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Motiv aus Marseille im Rahmen von Reportage- und Reise-Aufträgen

Die äußerst lohnenswerte Ausstellung ist bis zum 19. März zu folgenden Zeiten zu sehen: Dienstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

 

Fotos: C. Peters

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