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Kunstverein auf Tour : Bremer Kunsthalle BLOG 

Kunstverein auf Tour : Bremer Kunsthalle

Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport
Im Rahmen unserer Reihe „Kunstverein auf Tour“ waren der erste Vorsitzende Gerald Nierste, seine Frau Margret und meine Wenigkeit vor Kurzem in der Bremer Kunsthalle. Grund dafür war die Ausstellung „Max Liebermann – Vom Freizeitvergnügen zum modernen Sport.“ Sie beschäftigt sich mit zwei Themenfeldern im Werk des führenden deutschen Vertreters des Impressionismus und Realismus, die bisher nicht so im Fokus standen und vielleicht auch ein wenig vernachlässigt wurden: Sport und Freizeit.

Der spontane Eindruck, den wir dabei gemeinsam sofort empfanden, war der, dass die Bilder Liebermanns von einer Zeit erzählen, die durch eine heitere Entspanntheit geprägt ist. Der Begriff der Entschleunigung bringt es am besten auf den Punkt. Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte insbesondere das Bürgertum eine Ära der wirtschaftlichen Blüte und des Friedens; die dunklen Schatten des Ersten Weltkrieges waren noch nicht zu erkennen. So konnten sich vor allem die gehobeneren Kreise ins Vergnügen stürzen.

Unter der Überschrift „Von ländlicher Arbeit zur Freizeitbeschäftigung“ geht es unter anderem um das Thema des Urlaubs und des Flanierens an schönen Plätzen. Inspiriert von den französischen Impressionisten entstand das Bild „Papageienallee“. Er schildert ein Motiv aus dem Amsterdamer Zoo, der sich großer Beliebtheit erfreut. Helligkeit, Farbe und Licht halten Einzug in seine Bildwelt.

In diesem Zusammenhang ist natürlich auch das Badevergnügen ein wichtiges Thema. Das Motiv „Badende Knaben“ findet sich in mehreren Bildern. Das Bekannteste davon basiert auf Studien, die Liebermann am Strand in den Niederlanden anfertigte.

Immer mehr in Mode kommt gerade in der bürgerlichen Gesellschaft der Reitsport. Wie unmittelbar mit der Fotokamera festgehalten zeigt Liebermann in seinem Werk Reiter am Strand. 1903 entstand beispielsweise das Bild Reiter und Reiterin am Strand. Zu sehen sind eine Dame und ein Herr mit eleganten, steifen Hüten. Die Reiter sind leicht voneinander versetzt und exakt von der Seite gesehen, sodass man die Bewegungsabläufe beim Leichttraben gut beobachten kann. Breit hingestrichene Wellen und Spiegelungen im flachen Wasser vermitteln die sommerliche Atmosphäre an der Nordsee.

In den Bereich Pferdesport gehören auch Polo und Pferderennen, wobei hier vor allem der Aspekt der Faszination der Dynamik eine große Rolle spielt. Bei Liebermann sind deutliche Einflüsse von Edgar Degas, einem der führenden französischen Impressionisten, zu erkennen. Deutlich wird das unter anderem in dem Bild Polospieler in Jenischs Park, das von Degas asymmetrisch komponiert wurde.

Weitere Sportarten, die im Werk von Max Liebermann eine Rolle spielen, sind Tennis, Segeln und Rudern.

Abgerundet wird die Ausstellung durch Bilder von Max Slevogt, Edgar Degas und Henri De Toulouse-Lautrec, in denen der Sport auch eine große Rolle spielt. Hinzuweisen ist auch noch auf bewegte Bilder des britischen Fotografen und Pioniers der Fototechnik, der Aufgrund seiner Reihenfotografien und Serienaufnahmen des menschlichen und tierischen Bewegungsablaufs als einer der bedeutendsten frühen Vertreter der Chronografie gilt.

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