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Benedikt Wells

Vom Ende der Einsamkeit

Die Kindheit ist ein bedrohtes Paradies. Das weiß der Protagonist des Romans „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedikt Wells schon sehr früh. Ein Verkehrsunfall  bereitet einer schon etwas gebrochenen Familienidylle ein jähes Ende.  Plötzlich müssen sich drei Geschwister ohne Eltern durch das Leben kämpfen. Jeder von ihnen geht seinen eigenen, steinigen Weg.  Benedikt Wells schildert die Geschichte von Jules, Marty und Liz von dem 1980ern bis in die Gegenwart. Ähnlich wie der Film „Boyhood“ hat er einen Blick auf seine Helden über einen Zeitraum von 30 Jahren geworfen und damit einen Entwicklungs- oder Bildungsroman geschrieben, der sehr präzise die Irrungen und Wirrungen schildert, die das Leben nehmen kann. Die Palette reicht von der Erfahrung der ersten Liebe und der Frage, was man im Leben erreichen will,  bis hin zur  Suche nach dem Glück.  Einen langen Weg gehen vor allem die jüngeren Geschwister Jules und Liz, die oft stolpern und sich wieder aufrappeln müssen, um dann gestärkt aus einer Krise wieder herauszukommen. Drogen, Alkohol und Depressionen sowie den Tod einer geliebten Person müssen sie überwinden.

Trotz aller geschilderten Probleme gelingt  Benedikt Wells eine wunderbar leichte Sprache, bei der es kein Wort zu viel gibt und die es doch schafft, die Schicksale seiner drei Helden auf den Punkt und in einer Genauigkeit zu schildern, dass sofort beim Leser Bilder entstehen, die sich zu einem Film formen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Benedikt Wells zu den führenden Schriftstellern deutscher Sprache gehört.

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