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Alte Weberei: Jürgen von der Lippe BLOG Reviews 

Alte Weberei: Jürgen von der Lippe

Es lebe der Humor

Jürgen von der Lippe begeistert Publikum in der Alten Weberei

An Jürgen von der Lippe scheiden sich die Geister. Die einen verdammen ihn gewissermaßen als gespielten Herrenwitz, und die anderen sind einfach nur begeistert.  Ich zähle mich einfach zu der zweiten Sorte. Warum ist eigentlich ganz einfach, ich habe bei seinem Programm „Der König der Tiere“ , das er am vergangenen Sonntag in der Alten Weberei in Nordhorn vorstellte, Tränen gelacht. Mehr gibt es nicht zu verlangen. Egal ob er sich über Martin Schulz mit bekannten Chuck Norris-Sprüchen („Das Auto von Martin Schulz braucht kein Benzin. Es fährt aus Respekt.“) lustig macht, die Erotik in der hochgeistigen Literatur ( „Seid reinlich bei Tage und säuisch bei Nacht, so habt ihr´s auf Erden am weitsten gebracht“, schrieb der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe) mit großer Ironie zitiert, die gelegentliche Tristesse manches Beziehungsalltags auf den Punkt bringt, sprachliche Aussetzer (Witwenrente/Erstbesteigung beziehungsweise umgekehrt) genussvoll zitiert oder von unfreiwillig lustigen Alltagsbegebenheiten berichtet, das Publikum ist einfach begeistert. Und das liegt neben seinen großen Entertainerqualitäten vor allem daran, dass sein Humor ohne Häme auskommt und sich nicht über andere erhebt. Er hat Mitgefühl  für die von ihm karikierten Menschen und scheut sich nicht, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Da ist es  auch kein Problem, wenn es ins Schwarzhumorige und Makabre geht und der Tod (Anweisung im Altersheim: der Tote hat sein Zimmer nach dem Ableben bis 12 Uhr zu räumen) eine Rolle spielt. Das Augenzwinkern ist immer dabei. In Nordhorn wird Jürgen von der Lippe erst nach drei Zugaben vom Publikum verabschiedet. Kurzum: ein herrlicher Abend zum Lachen und ein gelungener Ausklang zum Wochenende.

 

Andreas Meistermann

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