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Ausstellung „In der Fremde“

Presse Artikel [gn] Kunstverein Nordhorn Ausstellung Kloster Frenswegen

Kunstverein Nordhorn zeigt Bilder von Flüchtlingen

rechts: „Frohar Habibi“ aus Afghanistan (gemalt von Robert Meyer) — links: „Eine Gefangene“ der Terrormiliz Boko Haram (Holzdruck von Andreas Gorke)

gn NORDHORN. Die gesellschaftliche und politische Diskussion um die Themen Flüchtlinge und Asyl hat sich in den letzten Jahren von einer Willkommenskultur hin zu einer technischen Abwicklung eines Problems entwickelt. Heute ist von Obergrenze, begrenzten Möglichkeiten und Grenzschutz die Rede. Dass hinter dieser Diskussion die oft tragischen Schicksale von Menschen stehen, will der Kunstverein Nordhorn in seiner aktuellen Ausstellung „In der Fremde“ zeigen, die am Freitag, 8. September, 19.30 Uhr im Kloster Frenswegen eröffnet wird.

In der Ausstellung sind die Werke von zwei Künstlern zu sehen, die sich auf unterschiedliche Weise dem Thema genähert haben. Der Maler Robert Meyer aus Georgsmarienhütte hat Kohlezeichnungen von acht Flüchtlingen angefertigt, die er bei einem Willkommenstreff im Familienzentrum „Maries Hütte“ kennengelernt hat. Er gibt ihnen ein Gesicht, hebt sie aus dem vorurteilsbehafteten Klischee heraus und nacht das Individuum sichtbar.

Es war im Jahre 2014, als das Bild von 276 entführten christlichen Schülerinnen in Nigeria um die Welt ging. Diese bewegenden Gesichter sah auch der aus dem Tecklenburger Land stammende Künstler Andreas Gorke, den das Thema nicht mehr losließ. Er fertigte mehrere Holzschnitte. Mit dieser Technik gelang es, eindringliche Porträts zu fertigen, die den Betrachter unmittelbar berühren. Die Bedrohungen für die Mädchen waren vielfältig. Sie sollten zum Übertritt zum Islam genötigt, als Sexsklavinnen benutzt und zu Selbstmordattentaten gezwungen werden. Inzwischen haben Verhandlungen stattgefunden, die zur Freilassung einiger Mädchen geführt haben. Was auf den ersten Blick als gute Botschaft erschien, erwies sich bei genauerer Betrachtung als eine zwiespältige Nachricht. Die psychischen und körperlichen Schäden wirken fort.

Bei der Ausstellung handelt es sich um eine Premiere. Zum ersten Mal kommt es zu einer Kooperation zwischen dem Kunstverein Nordhorn und der Stiftung Kloster Frenswegen.

Eine Einführung in die Ausstellung erfolgt durch den ersten Vorsitzenden des Kunstvereins Nordhorn, Gerald Nierste. Der musikali sche Rahmen wird von der Internationalen Sommerakademie für Kammermusik Niedersachsen gestaltet.

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