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Eine etwas andere Art von Stillleben in Enschede

Tiere am Waldrand, 1668, – eine Leihgabe des Renaissance-Palastes Palazzo Pitti in Florenz.

Museum zeigt Werke von van Schrieck

Ab dem 5. November zeigt das Rijksmuseum Twenthe in Enschede die erste Ausstellung mit Werken des Meisters Otto Marseus van Schrieck (circa 1620 bis 1678). Der in Nijmegen geborene Maler begründete ein neues Genre in der holländischen Malerei: Stilleben auf dem Boden des Waldes. Sein Leben widmete er sich diesem Thema und malte Schmetterlinge, Heuschrecken, Eidechsen, Pilze und Schlangen.

In seiner Zeit war er ein berühmter Maler. Seine sonderbaren Waldbilder wurden geschätzt. In der Ausstellung „Otto Marseus van Schrieck und die Entdeckung der Bibel der Natur“ soll eine ganz andere Richtung der Goldenen Ära in der holländischen Malerei zu sehen sein. Blickfänger sind hier glibberige Schlangen, schleimige Pilze und krabbelnde Insekten. Von unansehnlichen Erscheinungen der Natur und der Tierwelt werden sie zum Inbegriff des Schönen. Das Stillleben mit Insekten, Amphibien und Reptilien ist ein typisches holländisches Prunkstillleben, in dem Austern und silberne Trinkbecher Schlangen und Pilzen Platz gemacht haben. Die perfekten Details, die van Schriecks Darstellung von kleinsten Kreaturen auszeichnen, sollen ihn als feinfühligen Maler der Natur ausweisen.

Die Ausstellung beschäftigt sich insbesondere mit dem Verhältnis von Kunst und Wissenschaft in der Goldenen Ära. Zahlreiche Publikationen belegen, dass die Malerei von Otto Marseus van Schrieck Ausdruck dessen ist, was zu seiner Zeit der Stand der Erkenntnis in der Wissenschaft war. Jahrelang wurden die von Schrieck gemalten Tiere in Wissenschaft und Kunst ignoriert. Das wandelte sich im 16. Jahrhundert. Bahnbrechend wurden die Erkenntnisse des Biologen Jan Swammerdam, mit denen das Ende der Theorie einer sogenannten Spontan – oder Urzeugung eingeläutet wurde. Van Schrieck war gut mit Swammerdam bekannt und mit dessen Theorien bestens vertraut.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Museum Schwerin. In Enschede werden mehr als 50 Werke gezeigt. Sie stammen unter anderem aus Florenz.

Andreas Meistermann
Foto: Rijksmuseum Twenthe

 

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