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Manet-Ausstellung in Wuppertal. 

Mit der aktuell laufenden Edouard Manet-Ausstellung wird nach Alfred Sisley, Camille Pissaro, Pierre Bonnard und vielen weiteren die erfolgreiche Serie der Impressionisten-Ausstellungen im Von der Heydt-Museum in Wuppertal fortgesetzt. Grund genug für den Kunstverein Nordhorn, ein weiteres Mal der Stadt im Bergischen Land einen Besuch abzustatten.

Ziel der Ausstellungsmacher war es, ein breitgefächertes Bild eines der wohl bedeutendsten Impressionisten zu liefern, der mit Bildern wie dem „Frühstück im Grünen“ und dem Frauenporträt „Olympia“ im 19. Jahrhundert für einen der größten Kunstskandale sorgte. Die Ausstellung in Wuppertal ist in elf Kapitel aufgeteilt, die die verschiedensten Aspekte im künstlerischen und privaten Leben Manets beleuchten.

Ein zentrales Thema ist das Verhältnis des Künstlers zur Politik und Gesellschaft in Frankreich. Manet verstand sich als Maler des Bürgertums. Als solcher setzte er sich für die Demokratie und gegen König- und Kaisertum ein. Somit war er ein Gegner des von 1848 bis 1871 herrschenden Kaisers Napoleon III. Auch in seinen Bildern reflektiert er das politische Geschehen seiner Zeit, so die Hinrichtung Kaiser Maximilians in Mexiko, die von einer Explosion getroffenen Soldaten während der Bürgerkriegszeit 1871 und einen Prozess, der gegen einen General geführt wurde, der wegen militärischer Verfehlungen im deutsch-französischen Krieg 1870/71 vor Gericht stand.

Künstlerisch wird in der Ausstellung die ganze Bandbreite von den Anfängen als Schüler des noch in der akademischen Tradition der Salonmalerei stehenden Malers Thomas Couture bis hin zu Meisterwerken wie „Beim Pére Lathuille“ gezeigt. Themen der Ausstellung sind unter anderem die Skandale, die er durch „Frühstück im Grünen“ und „Olympia“ hervorgerufen hat, der Einfluss der Schule von Barbizon auf Manets Frühwerk, die „Spanienmode“, die Bedeutung der Fotografie, die Seestücke und natürlich die Porträts. Manet war einer der bedeutendsten Porträtmaler seiner Zeit. Die von ihm gemalten Personen sind auch heute noch anziehend und interessant und haben eine große Anziehungskraft auf den Betrachter.

Der Überblick über Manets Werk endet mit seinen letzten Bildern, die er in Versailles und in Ruel schuf, wo er sich zur Kur aufhielt. Dort entstanden Gartenmotive, in welchen die Sonnenstrahlen, die durchs Laub fallen, geradezu mit den Händen greifbar erscheinen.

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung sind die Beziehungen und Einflüsse zwischen Manet und den Künstlern seiner Zeit. Daher zeigt das Von der Heydt-Museum zahlreiche Werke seiner Freunde wie Monet, Renoir und Degas, aber auch Arbeiten weniger bekannter Freunde wie Berthe Morisot, Marcellin Desboutin, Henri Fantin-Latour, Ludovic Lepic, Alfred Stevens und andere.

Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Februar 2018 zu folgenden Zeiten zu sehen: Dienstag und Mittwoch von 11 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag von 11 bis 20 Uhr und Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Andreas Meistermann

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