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Kunstverein Nordhorn auf Tour – Gemeentemuseum Den Haag

Ein Besuch im Gemeentemuseum Den Haag
Von der Haager Schule bis zu Piet Mondriaan

Recht bescheiden klingt der Name „Gemeentemuseum“ im Allgemeinen. Der erste Eindruck, der sich vermutlich bei den meisten einstellen wird, ist der eines eher kleinen Museums, dass regionale Geschichte zum Inhalt hat, vielleicht auch nur die Geschichte einer Stadt oder einer kleinen Gemeinde. Etwas anders sieht es beim Gemeentemuseum Den Haag aus. Die Sammlung des 1935 gebauten Museums umfasst die Bildende Kunst des 19. Und 20. Jahrhunderts, zahlreiche kunsthandwerkliche Gegenstände wie Keramik, Silber und Mobiliar sowie eine Modegalerie mit einer Sammlung von über 40.000 historischen und zeitgenössischen Kleidungsstücken, Accessoires und Schmuckgegenständen.

Im Bereich Kunst sind vor allem die Haager Schule und die Künstler um Piet Mondriaan und die Künstlergruppe De Stijl stark vertreten. Angesichts der Fülle der Exponate empfiehlt sich beim Besuch des Museums, das auch durch seine besondere Architektur besticht, die Beschränkung auf ausgewählte Bereiche.

Für die beiden Vertreter des Kunstvereins Nordhorn waren es die oben Genannten, die ihr Interesse weckte. Ein zentraler Grund war, dass sich bei den genannten Künstlergruppen sehr deutlich der Übergang in die Moderne feststellen lässt. Zeitgleich mit den Impressionisten machen sich die Vertreter der Haager Schule auf den Weg in die Natur, raus aus den Malateliers, die viele Künstler, die auf der Suche nach dem Neuen waren, als verstaubt und steril empfanden.

Die Motive, für die sie sich interessierten, waren Landschaften, insbesondere die niederländische Polderlandschaft, das Vieh auf den Wiesen, der Alltag der Menschen und das Hausinterieur der vielfach in Armut lebenden Bauern und Fischer. Für diese oft schlichten Motive, fanden sie einen besonderen Zugang, der durch Intimität und Poesie geprägt war.

Auch eine nicht allen bekannte Seite von Piet Mondriaan lässt sich im Gemeentemuseum entdecken. Zahlreiche Bilder von ihm dokumentieren die große Wandlung dieses Künstlers. Mondrian begann um 1900 im impressionistischen Stil der Haager Schule zu malen. Ab etwa 1908 arbeitete er unter dem Einfluss von Vincent van Gogh und des Fauvismus. Nach seiner Übersiedlung 1911 nach Paris wandte er sich unter dem Einfluss von Georges Braque und  Pablo Picasso dem Kubismus zu. Ab den 1920er Jahren schuf Mondrian die bekannten streng geometrischen Gemälde, die dem Neoplastizismus zugerechnet werden. Ihre charakteristische Struktur aus einem schwarzen Raster, verbunden mit rechteckigen Flächen in den Grundfarben, führt bis in die Gegenwart zur Aufnahme in Kunst, Architektur, Mode, Werbung und Populärkultur. Als  Kunsttheoretiker und Mitbegründer der Künstlervereinigung  De Stijl schrieb Mondrian unter anderem die Schrift Le Néo-Plasticisme. Die im Exil in New York ab 1940 neu entstandenen Werke lockerte er mosaikartig in die Primärfarben auf und überwand auf diese Weise die früheren strengen Kompositionen zugunsten der neuen musikalischen Rhythmisierung des Motivs.

Insbesondere auch wegen des 100-jährigen Bestehens des Bauhauses in Deutschland lohnt sich ein Blick auf die Werke der Künstlergruppe „De Stijl“. Sowohl die Künstler des Bauhauses als auch die der Künstlergruppe De Stijl haben viele Gemeinsamkeiten.

Beide wollen nach dem Schrecken des Ersten Weltkrieges eine neue Welt schaffen. Sie soll ganz anders aussehen, als es die Altvorderen vorgemacht haben. Im Bereich der Bildsprache wird auf Abstraktion gesetzt. Sie setzt sich bei „De Stijl“ aus horizontalen und vertikalen Linien mit Vierecken in den Farben Rot, Gelb und Blau zusammen. Auch in der Architektur sowie Möbeln und Design werden diese Elemente aufgenommen. Die Künstler von „De Stijl“ wollen Kunst erschaffen, die dynamisch und zugleich lebendig und fröhlich ist, wie die Zukunft selbst. Trotz politisch unruhiger Zeiten und lang anhaltenden Wirtschaftskrisen dominiert bei dieser Künstlergruppe ein optimistisches und idealistisches Lebensgefühl. Sie stehen mitten im modernen Leben. Nicht umsonst beschäftigen sie sich auch mit der Einrichtung von Tanzsälen, mit Reklame und Mode.

Das Besondere dieser Künstlergruppe ist die Erarbeitung von Aufträgen in enger Zusammenarbeit. Das Ergebnis sind Produkte, die nicht über die Massenproduktion für den Massenkonsum vervielfältigt werden  müssen, sondern besondere Produkte, die spezielle Lösungen für spezielle Probleme liefern, und das mit einem kreativen Hintergrund.

Andreas Meistermann
PR-Journalist

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